Vampir kid_of_steel
Charakterbeschreibung
Nervös striff ich durch das hohe Gras. Ich blickte mich häufiger als sonst um, obwohl ich den Weg schon oft gegangen war. Seit der Gärtner des alten Herrn verstorben war, kümmerte sich niemand um das wuchernde Unkraut, dass auf seinem Grundstück besonders ungestüm und schnell wuchs. Der Weg war kaum noch zu erkennen, doch ich ging ihn blind. In letzter Zeit hatte der alte Herr mich öfter zu sich bestellt, um ihm Gesellschaft zu leisten, jedoch erst immer in den späten Abend- oder frühen Morgenstunden. Heute war wieder ein Zettel vor meiner Tür aufgetaucht. Wieder hatte ich niemanden die Post bringen sehen.
Ich schritt schneller und zog den Mantel enger um mich. Ich fröstelte. Das große Haus ragte schon in mein Blickfeld, doch der kleine Hügel, auf dem es mal gestanden hatte, bedeckte es noch halb. Während eines Erdbebens war das Haus von dem Hügel gerutscht und hatte drei Angestellte unter sich begraben. Nun stand es etwas schief auf dem Rücken des Hügels und blickte in den Himmel. Um den Boden aus diesen Fenstern zu sehen musste man schon einige lebensgefährliche Kunststücke vollführen. Ich war an der Tür angekommen und stütze mich an dem Türrahmen ab, um nicht vornüber zu kippen. Dann klopfte ich. Schon als meine Knöchel die Tür berührten schwang sie auf. Sie war nicht richtig geschlossen gewesen. Ich trat ein, ließ den Arm aber am Türrahmen. Jetzt gab es kein zurück mehr.
"Tritt ein, mein Freund!" grüßte mich eine Stimme, die sich wie ein Eispickel in meine Schläfen bohrte. Ich lächelte, aber mehr vor Schmerz als vor Freude, und schloss die Tür. Sie blieb nicht zu, sondern schwang wieder auf. "Lass nur, lass nur." Ich zuckte mit den Schultern und hangelte mich an den freiliegenden Balken an der Seite des Hauses weiter. "Komm, wir machen es uns gemütlich." sagte die Stimme, in der fast schon ein fröhlicher Unterton mitschwang. Fast hätte ich laut losgelacht. Doch ich verkniff es mir und folgte.
Im Kaminzimmer war es lebensgefährlich. Da es mit dem Kamin zur Rückwand des Hauses stand, brannte das Feuer jetzt, anstatt den Abzugsschacht hochzubrennen, einfach in den Raum hinein. Bei größeren Holzstücken züngelten die Flammen manchmal bis zur Decke hoch. Ich fror trotz des riesigen Feuers, dass der alte Mann aufgebaut hatte. Wie er das zustande gebracht hatte war mir auch rätselhaft, denn er war schon über 90. Trotzdem brannte der Holzberg munter vor sich hin, wie um der physikalischen Unmöglichkeit seiner Existenz zu trotzen. Ich bemühte mich, auf die Flammen zu sehen, um den grässlichen Schatten des Mannes, der er einmal gewesen war, nicht ansehen zu müssen. "Mein Sohn, ich habe eine Entdeckung gemacht." 'Toll, alter Mann.' dachte ich. 'Jetzt stirb, damit ich meine Ruhe hab.' "Als das Haus abgerutscht ist hat es einen alten Minenschacht unter sich begraben." Meine Ohren spitzten sich. Schliesslich ging es jetzt um Geld.
"Der Schacht war sehr alt. Die Arbeiter hatten ihn damals verschüttet, weil dort Geister hausen sollten." Ich hörte nicht auf, aufmerksam zuzuhören. Er wollte mich einlullen, um mir dann eine Frage zu stellen, auf die ich nicht antworten konnte. Trotz seines Alters war der alte Mann immer noch gerissen wie ein Wiesel. "Es hieß, das Graf Dracula dort seine 3. Frau begraben haben soll." Er sah mich an. Ich konnte seine Augen auf meiner Haut brennen fühlen. Ich weigerte mich, ihn anzusehen. "Lebendig." Ich sah ihn doch an und zuckte zurück. Das Etwas , was dort neben mir auf dem Sessel saß, war sicher nicht mein Vater. Ich wusste noch nicht mal, ob es ein Mensch war,
Meine Augen drohten, aus den Höhlen zu springen. Das Ding, was dort saß, hatte die körperlichen Proportionen eines alten Mannes, aber die Haut im Gesicht war straff über die Knochen gespannt, und ein ständiges Grinsen bleckte die gelben und schimmligen Zähne. Die Augen blickten in verschiedene Richtungen, und die Haare, die übrig waren schienen ein Eigenleben zu besitzen. Sie wurden von der Wärme des Feuers hin und her geworfen, so dünn waren sie. Das Gesicht war zwar entstellt, aber doch erkannt ich hinter dieser Fratze den Mann wieder, der mich jedes Wochenende zu sich befehligt hatte, um mir Lektionen in Wirtschaftkunde zu geben.
"Vater! Was ist mit dir geschehen?" Ich trat einen Schritt auf ihn zu. Er rührte sich nicht mehr. Unverwandt sah er mich mit dem einen Auge an, während das andere offenbar ein Bild hinter mir betrachtete. "vater?" sagte ich. Ich trat noch einen Schritt auf ihn zu. Da erwachte die Höllenfratze zum Leben. Die Zunge zuckte aus seinem Mund und leckte kurz über seine Lippen. Dann stand er mit einer Schnelligkeit auf, die ich ihm nicht zugetraut hatte. "Folge mir." Dann packte er mich am Arm und schob mich vor sich her. In den hinteren Teil des Hauses.
Ich stand etwas ratlos vor dem klaffenden Loch in der Wand. Das Haus war beim Rutschen gegen den nächsten Hügel gekracht, überraschenderweise aber nicht zerschellt. Offenbar war der Mineneingang mit ein paar Brettern vernagelt und mit loser Erde zugeschüttet worden. Das Hause hatte beides erledigt. Man konnte keinen Meter in den Tunnel hineinsehen. "Ist er das?" fragte ich. Als ich keine Antwort bekam drehte ich mich um. Er sah unverwandt auf meine Füße. "Vater?" Er sah auf. "Hm?" "Ist das der Eingang?" Er überlegte. "Was? Oh ja, natürlich. Schau ihn dir doch genauer an." Obwohl er versuchte, es sich zu verkneifen, zuckte ein Auge nach unten und sah auf meine Füße. Ich tat es ihm gleich. Ich stand halb auf einer Art Tür, die mit Scharnieren in den Boden eingelassen war. Als ich aufsah, blickte der alte Mann erschreckt drein. "Sieh mal, Vater, hier ist..." "Ach, ist doch unwichtig. Sieh dir ruhig mal den Tunneleingang an." unterbrach er mich. Sein Verhalten war noch seltsamer als sonst. "Ich denke, das ist bestimmt gefährlich. Ich lasse es lieber bleiben." Ich wollte den heiklen Aufstieg beginnen, da stellte sich der alte Mann mir in den Weg. "Sieh ihn dir an." Ich wollte wiedersprechen. "Vater, ich denke nicht, dass..." "SIEH IHN DIR AN!!!" fauchte er. Wie tausend Nadeln stach seine grausige Stimme, die mehr unmenschlich klang als ich jemals ein Tier vernommen hatte. Dann sprang er auf mich zu. Eher aus Instinkt als aus echter Auffassungsgabe duckte ich mich, und er sprang über mich hinweg. Dann schlug er auf dem Boden auf und rollte weiter, genau auf den Eingang des Schachts zu. "Vater!" rief ich. Doch ich konnte nichts tun. Hilflos sah ich zu, wie er in den Abgrund rollte und in der Dunkelheit verschwand. Eine Weile noch starrte ich in den Schacht, doch es war zu dunkel, um überhaupt etwas zu erkennen. Dann hörte ich etwas. Ein leises Scharren. Dann konnte ich zwei kleine Objekte sehen. Seine Hände? Die Objekte wurden immer deutlicher. Nach ein paar Sekunden schon war es, als würden sie leuchten. Und dann erkannte ich sie. Es waren Augen.
Rote Augen. Wie die eines Nachtjägers. Ein wildes Tier musste dort unten hausen und Vater war ihm zum Opfer gefallen. Erst sein Geist, deshalb hatte er mich angefallen, und jetzt auch noch sein Körper. Doch jetzt wollte ich mir nicht die Zeit für Tränen nehmen. Erst musste ich vor diesem Untier entkommen. Ich ging rückwarts, im Seitschritt, die schräge Bodenfläche hoch, bis ich zu der Tür kam. Da kam Bewegung in das Monstrum. Die Augen fingen an, von rechts nach links und wieder zurück zu schwanken, immer und immer wieder. Dann sah ich es auch schon aus dem Tunnel rauschen. Es kam direkt auf mich zu. Ich knallte die Tür zu und fühlte, wie etwas dagegen prallte. Dann Ruhe. Ich machte mir keine Illusionen. Ich war im Flur. Ich lief, so schnell ich konnte, auf die Eingangstür zu, als ich hinter mir das Brechen von Holz hörte. Ich sah mich kurz um und bemerkte nur, wie ein schwarzer Schatten links an mir vorbeihuschte. Ich tat es als Halluzination ab, doch als ich die Tür fast erreicht hatte sah ich die Kreatur dort über der Tür an der Wand festgekrallt. "Was denn, willst du uns schon verlassen?" Ich überlegte. Flüchten ging nicht. Also Kämpfen. Ich schlug einen Haken nach rechts und drückte aus dem Lauf mit der Schulter die Tür zum Kaminzimmer auf. Über dem Kamin hing immer noch die alte Elefantenbüchse, die der alte Mann sicherheitshalber immer geladen ließ. Aber das Feuer bildete eine undruchdringliche Wand vor dem Gewehr. Hinter mir krachte es, und als ich mir umsah hing die Kreatur kopfüber im Türrahmen. "Was hast du vor?" Ein bösartiges Lachen erklang und erfüllte den ganzen Raum. Ich machte einen Satz nach links und hielt mich an einem Sessel fest. Da bekam ich eine Eingebung. Ich schob den Sessel mit aller Kraft von mir und sah zu, wie er erst langsam und dann immer schneller die Schräge entlangrutschte, bis er schliesslich mit voller Wucht in den Kamin krachte. Die Funken stoben durch den ganzen Raum und ich bedeckte mein Gesicht mit der Hand. Ein ärgerliches Brüllen hinter mir trieb mich zur Eile. Ich rannte auf den Kamin zu und sprang auf den umgestürzten Sessel. Ich krallte mir die Büchse und drehte mich dann um. Das Biest kam schon auf mich zugeschossen aber hielt dann mitten Lauf inne. "Du dreckiger mieser kleiner..." fing es an zu schimpfen. Ich bemerkte, dass es nicht in meine Augen, sonder auf meine Brust starrte, wo ein Talisman hing, den mir meine Frau am selben Abend geschenkt hatte. Er war aus purem Silber. Ich hob ihn mit zwei Fingern an und sah darauf. Es war ein winziger Vogel. Ich sah die Kreatur an und lächelte. Dann riss ich den Anhänger ab und steckte ihn in den Lauf des Gewehrs. Das Biest wich zurück. Ich legte genau an, als ein großes Stück Holz im Kamin plötzlich mit einem Knirschen zerbarst und einen Funkenregen auf meinen Rücken sandt. Ich schrie.
Als ich die Augen, die von den Tränen immer noch etwas gerötet waren wieder öffnete war die Kreatur verschwunden. Dabei musste ich höchstens zwei Sekunden die Augen zugehabt haben. Der Sessel schwelte friedlich vor sich hin, doch die schweren Gardinen hatten Feuer gefangen. Ich ging vorsichtig mit erhobenem Gewehr auf die Tür zu. Ich sah nichts. Ich schritt langsam weiter. Auf die Eingangstür zu. Ich war fast da als ein lautes Kreischen mich nach oben sehen ließ. Das Vieh hing am Kronleuchter und spreizte die Arme, mit mit so etwas wie dehnbaren Schwimmhäuten mit dem Körper verbunden waren. Es ließ sich fallen, ich hob das Gewehr und schoss. Ich sah, wie die Schrotkugeln auf es einprasselten und seinen Schädel zu einer breiigen Masse zermalmten. Dann traf mich das Biest mit voller Wucht. Es landete auf mir, und ein stechender Schmerz durchfuhr mich. Ich rollte es angeekelt weg, seine Haut war schleimig und kalt. Dann kroch ich rückwarts zur Tür. Mein rechtes Bein schien gebrochen zu sein. Ich kroch hinaus und zog mich dann an einer Verandesäule hoch. In meinem Bein klafften zwei kleine Wunden. Nicht schlimmes. Dennoch breitete sich eine lähmende Taubheit von diesen kleinen kreisrunden Verletzungen auf den Rest des Beins aus, dass ich kaum laufen konnte. Ich tat trotzdem meine Bestes und machte mich schleunigst auf den Nachhauseweg.
Ich kam nie dort an. Während meines beschwerlichen Rückwegs wurden alle meine Glieder taub, und ich legte mich kurz hin. Als ich aufwachte, war es bereits nacht. Ich hatte großen Hunger, und ohne es wirklich zu wollen griff ich mir ein in der Nähe sitzendes neugieriges Eichhörnchen und verspeiste es ohne einen weiteren Gedanken. Als das Blut meine Lippen benetzte breitete sich in mir eine tiefe Zufriedenheit aus. Mit jedem Knochen, den meine Zähne zerbrachen, brach auch ein Teil meiner unerträglichen Kopfschmerzen.
Ich habe den Wald seit diesem Moment nicht mehr verlassen.
C:/Dokumente und Einstellungen/Kai1/Eigene Dateien/Progs/Monstersgame
Ich schritt schneller und zog den Mantel enger um mich. Ich fröstelte. Das große Haus ragte schon in mein Blickfeld, doch der kleine Hügel, auf dem es mal gestanden hatte, bedeckte es noch halb. Während eines Erdbebens war das Haus von dem Hügel gerutscht und hatte drei Angestellte unter sich begraben. Nun stand es etwas schief auf dem Rücken des Hügels und blickte in den Himmel. Um den Boden aus diesen Fenstern zu sehen musste man schon einige lebensgefährliche Kunststücke vollführen. Ich war an der Tür angekommen und stütze mich an dem Türrahmen ab, um nicht vornüber zu kippen. Dann klopfte ich. Schon als meine Knöchel die Tür berührten schwang sie auf. Sie war nicht richtig geschlossen gewesen. Ich trat ein, ließ den Arm aber am Türrahmen. Jetzt gab es kein zurück mehr.
"Tritt ein, mein Freund!" grüßte mich eine Stimme, die sich wie ein Eispickel in meine Schläfen bohrte. Ich lächelte, aber mehr vor Schmerz als vor Freude, und schloss die Tür. Sie blieb nicht zu, sondern schwang wieder auf. "Lass nur, lass nur." Ich zuckte mit den Schultern und hangelte mich an den freiliegenden Balken an der Seite des Hauses weiter. "Komm, wir machen es uns gemütlich." sagte die Stimme, in der fast schon ein fröhlicher Unterton mitschwang. Fast hätte ich laut losgelacht. Doch ich verkniff es mir und folgte.
Im Kaminzimmer war es lebensgefährlich. Da es mit dem Kamin zur Rückwand des Hauses stand, brannte das Feuer jetzt, anstatt den Abzugsschacht hochzubrennen, einfach in den Raum hinein. Bei größeren Holzstücken züngelten die Flammen manchmal bis zur Decke hoch. Ich fror trotz des riesigen Feuers, dass der alte Mann aufgebaut hatte. Wie er das zustande gebracht hatte war mir auch rätselhaft, denn er war schon über 90. Trotzdem brannte der Holzberg munter vor sich hin, wie um der physikalischen Unmöglichkeit seiner Existenz zu trotzen. Ich bemühte mich, auf die Flammen zu sehen, um den grässlichen Schatten des Mannes, der er einmal gewesen war, nicht ansehen zu müssen. "Mein Sohn, ich habe eine Entdeckung gemacht." 'Toll, alter Mann.' dachte ich. 'Jetzt stirb, damit ich meine Ruhe hab.' "Als das Haus abgerutscht ist hat es einen alten Minenschacht unter sich begraben." Meine Ohren spitzten sich. Schliesslich ging es jetzt um Geld.
"Der Schacht war sehr alt. Die Arbeiter hatten ihn damals verschüttet, weil dort Geister hausen sollten." Ich hörte nicht auf, aufmerksam zuzuhören. Er wollte mich einlullen, um mir dann eine Frage zu stellen, auf die ich nicht antworten konnte. Trotz seines Alters war der alte Mann immer noch gerissen wie ein Wiesel. "Es hieß, das Graf Dracula dort seine 3. Frau begraben haben soll." Er sah mich an. Ich konnte seine Augen auf meiner Haut brennen fühlen. Ich weigerte mich, ihn anzusehen. "Lebendig." Ich sah ihn doch an und zuckte zurück. Das Etwas , was dort neben mir auf dem Sessel saß, war sicher nicht mein Vater. Ich wusste noch nicht mal, ob es ein Mensch war,
Meine Augen drohten, aus den Höhlen zu springen. Das Ding, was dort saß, hatte die körperlichen Proportionen eines alten Mannes, aber die Haut im Gesicht war straff über die Knochen gespannt, und ein ständiges Grinsen bleckte die gelben und schimmligen Zähne. Die Augen blickten in verschiedene Richtungen, und die Haare, die übrig waren schienen ein Eigenleben zu besitzen. Sie wurden von der Wärme des Feuers hin und her geworfen, so dünn waren sie. Das Gesicht war zwar entstellt, aber doch erkannt ich hinter dieser Fratze den Mann wieder, der mich jedes Wochenende zu sich befehligt hatte, um mir Lektionen in Wirtschaftkunde zu geben.
"Vater! Was ist mit dir geschehen?" Ich trat einen Schritt auf ihn zu. Er rührte sich nicht mehr. Unverwandt sah er mich mit dem einen Auge an, während das andere offenbar ein Bild hinter mir betrachtete. "vater?" sagte ich. Ich trat noch einen Schritt auf ihn zu. Da erwachte die Höllenfratze zum Leben. Die Zunge zuckte aus seinem Mund und leckte kurz über seine Lippen. Dann stand er mit einer Schnelligkeit auf, die ich ihm nicht zugetraut hatte. "Folge mir." Dann packte er mich am Arm und schob mich vor sich her. In den hinteren Teil des Hauses.
Ich stand etwas ratlos vor dem klaffenden Loch in der Wand. Das Haus war beim Rutschen gegen den nächsten Hügel gekracht, überraschenderweise aber nicht zerschellt. Offenbar war der Mineneingang mit ein paar Brettern vernagelt und mit loser Erde zugeschüttet worden. Das Hause hatte beides erledigt. Man konnte keinen Meter in den Tunnel hineinsehen. "Ist er das?" fragte ich. Als ich keine Antwort bekam drehte ich mich um. Er sah unverwandt auf meine Füße. "Vater?" Er sah auf. "Hm?" "Ist das der Eingang?" Er überlegte. "Was? Oh ja, natürlich. Schau ihn dir doch genauer an." Obwohl er versuchte, es sich zu verkneifen, zuckte ein Auge nach unten und sah auf meine Füße. Ich tat es ihm gleich. Ich stand halb auf einer Art Tür, die mit Scharnieren in den Boden eingelassen war. Als ich aufsah, blickte der alte Mann erschreckt drein. "Sieh mal, Vater, hier ist..." "Ach, ist doch unwichtig. Sieh dir ruhig mal den Tunneleingang an." unterbrach er mich. Sein Verhalten war noch seltsamer als sonst. "Ich denke, das ist bestimmt gefährlich. Ich lasse es lieber bleiben." Ich wollte den heiklen Aufstieg beginnen, da stellte sich der alte Mann mir in den Weg. "Sieh ihn dir an." Ich wollte wiedersprechen. "Vater, ich denke nicht, dass..." "SIEH IHN DIR AN!!!" fauchte er. Wie tausend Nadeln stach seine grausige Stimme, die mehr unmenschlich klang als ich jemals ein Tier vernommen hatte. Dann sprang er auf mich zu. Eher aus Instinkt als aus echter Auffassungsgabe duckte ich mich, und er sprang über mich hinweg. Dann schlug er auf dem Boden auf und rollte weiter, genau auf den Eingang des Schachts zu. "Vater!" rief ich. Doch ich konnte nichts tun. Hilflos sah ich zu, wie er in den Abgrund rollte und in der Dunkelheit verschwand. Eine Weile noch starrte ich in den Schacht, doch es war zu dunkel, um überhaupt etwas zu erkennen. Dann hörte ich etwas. Ein leises Scharren. Dann konnte ich zwei kleine Objekte sehen. Seine Hände? Die Objekte wurden immer deutlicher. Nach ein paar Sekunden schon war es, als würden sie leuchten. Und dann erkannte ich sie. Es waren Augen.
Rote Augen. Wie die eines Nachtjägers. Ein wildes Tier musste dort unten hausen und Vater war ihm zum Opfer gefallen. Erst sein Geist, deshalb hatte er mich angefallen, und jetzt auch noch sein Körper. Doch jetzt wollte ich mir nicht die Zeit für Tränen nehmen. Erst musste ich vor diesem Untier entkommen. Ich ging rückwarts, im Seitschritt, die schräge Bodenfläche hoch, bis ich zu der Tür kam. Da kam Bewegung in das Monstrum. Die Augen fingen an, von rechts nach links und wieder zurück zu schwanken, immer und immer wieder. Dann sah ich es auch schon aus dem Tunnel rauschen. Es kam direkt auf mich zu. Ich knallte die Tür zu und fühlte, wie etwas dagegen prallte. Dann Ruhe. Ich machte mir keine Illusionen. Ich war im Flur. Ich lief, so schnell ich konnte, auf die Eingangstür zu, als ich hinter mir das Brechen von Holz hörte. Ich sah mich kurz um und bemerkte nur, wie ein schwarzer Schatten links an mir vorbeihuschte. Ich tat es als Halluzination ab, doch als ich die Tür fast erreicht hatte sah ich die Kreatur dort über der Tür an der Wand festgekrallt. "Was denn, willst du uns schon verlassen?" Ich überlegte. Flüchten ging nicht. Also Kämpfen. Ich schlug einen Haken nach rechts und drückte aus dem Lauf mit der Schulter die Tür zum Kaminzimmer auf. Über dem Kamin hing immer noch die alte Elefantenbüchse, die der alte Mann sicherheitshalber immer geladen ließ. Aber das Feuer bildete eine undruchdringliche Wand vor dem Gewehr. Hinter mir krachte es, und als ich mir umsah hing die Kreatur kopfüber im Türrahmen. "Was hast du vor?" Ein bösartiges Lachen erklang und erfüllte den ganzen Raum. Ich machte einen Satz nach links und hielt mich an einem Sessel fest. Da bekam ich eine Eingebung. Ich schob den Sessel mit aller Kraft von mir und sah zu, wie er erst langsam und dann immer schneller die Schräge entlangrutschte, bis er schliesslich mit voller Wucht in den Kamin krachte. Die Funken stoben durch den ganzen Raum und ich bedeckte mein Gesicht mit der Hand. Ein ärgerliches Brüllen hinter mir trieb mich zur Eile. Ich rannte auf den Kamin zu und sprang auf den umgestürzten Sessel. Ich krallte mir die Büchse und drehte mich dann um. Das Biest kam schon auf mich zugeschossen aber hielt dann mitten Lauf inne. "Du dreckiger mieser kleiner..." fing es an zu schimpfen. Ich bemerkte, dass es nicht in meine Augen, sonder auf meine Brust starrte, wo ein Talisman hing, den mir meine Frau am selben Abend geschenkt hatte. Er war aus purem Silber. Ich hob ihn mit zwei Fingern an und sah darauf. Es war ein winziger Vogel. Ich sah die Kreatur an und lächelte. Dann riss ich den Anhänger ab und steckte ihn in den Lauf des Gewehrs. Das Biest wich zurück. Ich legte genau an, als ein großes Stück Holz im Kamin plötzlich mit einem Knirschen zerbarst und einen Funkenregen auf meinen Rücken sandt. Ich schrie.
Als ich die Augen, die von den Tränen immer noch etwas gerötet waren wieder öffnete war die Kreatur verschwunden. Dabei musste ich höchstens zwei Sekunden die Augen zugehabt haben. Der Sessel schwelte friedlich vor sich hin, doch die schweren Gardinen hatten Feuer gefangen. Ich ging vorsichtig mit erhobenem Gewehr auf die Tür zu. Ich sah nichts. Ich schritt langsam weiter. Auf die Eingangstür zu. Ich war fast da als ein lautes Kreischen mich nach oben sehen ließ. Das Vieh hing am Kronleuchter und spreizte die Arme, mit mit so etwas wie dehnbaren Schwimmhäuten mit dem Körper verbunden waren. Es ließ sich fallen, ich hob das Gewehr und schoss. Ich sah, wie die Schrotkugeln auf es einprasselten und seinen Schädel zu einer breiigen Masse zermalmten. Dann traf mich das Biest mit voller Wucht. Es landete auf mir, und ein stechender Schmerz durchfuhr mich. Ich rollte es angeekelt weg, seine Haut war schleimig und kalt. Dann kroch ich rückwarts zur Tür. Mein rechtes Bein schien gebrochen zu sein. Ich kroch hinaus und zog mich dann an einer Verandesäule hoch. In meinem Bein klafften zwei kleine Wunden. Nicht schlimmes. Dennoch breitete sich eine lähmende Taubheit von diesen kleinen kreisrunden Verletzungen auf den Rest des Beins aus, dass ich kaum laufen konnte. Ich tat trotzdem meine Bestes und machte mich schleunigst auf den Nachhauseweg.
Ich kam nie dort an. Während meines beschwerlichen Rückwegs wurden alle meine Glieder taub, und ich legte mich kurz hin. Als ich aufwachte, war es bereits nacht. Ich hatte großen Hunger, und ohne es wirklich zu wollen griff ich mir ein in der Nähe sitzendes neugieriges Eichhörnchen und verspeiste es ohne einen weiteren Gedanken. Als das Blut meine Lippen benetzte breitete sich in mir eine tiefe Zufriedenheit aus. Mit jedem Knochen, den meine Zähne zerbrachen, brach auch ein Teil meiner unerträglichen Kopfschmerzen.
Ich habe den Wald seit diesem Moment nicht mehr verlassen.
C:/Dokumente und Einstellungen/Kai1/Eigene Dateien/Progs/Monstersgame
Statistik
| Beute insgesamt: | 28.872,72 Liter Blut |
| Opfer gebissen (Link): | 3 |
| Kämpfe: | 99 |
| Siege: | 1 |
| Niederlagen: | 98 |
| Unentschieden: | 0 |
| Erbeutetes Gold: | ~ 0,00 ![]() |
| Verlorenes Gold: | ~ 1.000,00 ![]() |
| Trefferpunkte verteilt: | 569.05 |
| Trefferpunkte eingesteckt: | 27424.19 |
Die Eigenschaftswerte von kid_of_steel:
| Charakterlevel: | Stufe 14 |
| Stärke: | ![]() (24) |
| Verteidigung: | ![]() (24) |
| Gewandtheit: | ![]() (24) |
| Ausdauer: | ![]() (25) |
| Geschicklichkeit: | ![]() (24) |
| Erfahrung: | ![]() (881|980) |
Die Urahnenstatistik von kid_of_steel
| Angetretene Prüfungen: | 0 |
| Bestandene Prüfungen: | 0 |
| Gescheiterte Prüfungen: | 0 |
Wächter von kid_of_steel
| Wächterart: | Wütiger Hund |
| Wächtername: | Wütiger Hund |
| Angriff: | ![]() (2) |
| Verteidigung: | ![]() (2) |
| Ausdauer: | ![]() (2) |
Profildaten
| Geschlecht: | männlich |
| Alter: | 15-20 Jahre |
| Wohnort: | Bielefeld |
| ICQ-Nummer: | 330857545 |
| MSN Messenger: | kid_of_steel@fahr-zur-hoelle.org |
| Yahoo Messenger: | --- |
| AIM-Name: | --- |
| Jabber ID | --- |
| Skype ID | --- |
Arena
kid_of_steel hat noch keinen Arenarang erreicht.


(24)
(881|980)