Vampir BuffySummer
Charakterbeschreibung
Zum ersten Mal sah er die Stadt, in der sie gefangen gehalten wurden-wobei er nicht ganz sicher war, ob Stadt tatsächlich die richtige Bezeichnung war. Rettenbach war ein winziges Nest, das nur aus einer Hand voll Häuser bestand, die sich rechts und links einer einzigen, morastigen Straße drängten. Die meisten waren klein und ärmlich, und er sah kaum einen Menschen auf der Straße. Wahrscheinlich waren viele bereits geflohen, um sich vor den heranrückenden Türken in Sicherheit zu bringen. "Ich bin Roma", begann Vlad, nachdem sie eine Weile schweigend nebeneinanderher gegangen waren. "Weist du was das ist?"
Andrej schüttelte den Kopf und Vlad schürzte die Lippen; verletzt, aber nicht so, als überrasche ihn diese Antwort.
"Dann sagt dir das Wort Zigeuner vielleicht mehr", sagte er bitter.
Nun wusste Andrej wovon er sprach. Er nickte.
"Das wundert mich nicht", sagte Vlad bitter. "Weist du, woher dieser Name kommt? Wir haben ihn nicht selbst gewählt. Er bedeutet: Ziehende Gauner, nicht mehr. Aber es macht uns nichts aus. Wir sind es gewohnt, mit eurer Verachtung zu leben. Wir sind ein Volk ohne Land, das gewohnt ist, herumzuziehen und ein Nomadenleben zu führen. Wir wollen es nicht anders."
Andrej spürte, wie schwer es Vlad fiel, darüber zu sprechen. Er fragte sich, warum er es tat.
"Ich war einst Mitglied einer großen Sippe, Andrej", fuhr Vlad fort. "Einer sehr mächtigen und großen Sippe. Wir fühlten uns frei und wir fühlten uns stark. Zu stark. Und eines Tages begingen wir einen Fehler. Vielleicht war es Gottes Strafe für unseren Hochmut. Wir waren fast achthundert, weißt du? Heute gibt es nur noch wenige von uns. Vielleicht bin ich der Letzte."
"Was war das für ein Fehler?", fragte Andrej. Er spürte, dass Vlad diese Frage von ihm erwartete.
"Wir kamen hierher", antwortete Vlad. "Nicht in diese Stadt, aber in dieses verfluchte Land. Wir waren gewarnt worden, aber wir haben diese Warnung in den Wind geschlagen. Wir fühlten uns so stark. Aber wir rechneten nicht mit der Bosheit dieses.....Teufels."
"Tepesch."
"Dracul, ja." Vlad spie den Namen regelrecht hervor. "Wir wurden gefangen genommen. Alle. Männer, Frauen, Kinder, Alte, Kranke - alle ohne Ausnahme. Dracul ließ drei von uns bei lebendigem Leib rösten. Sie wurden in Stücke geschnitten und wir mussten ihr Fleisch essen."
Andrej blieb stehen und starrte den Mann mit aufgerissenen Augen an. "Was???"
Vlad nickte. "Wer sich weigerte, dem wurden die Augen ausgestochen und die Zunge herausgeschnitten", sagte er. "Die anderen hatten die Wahl, unter Tepeschs Fahne gegen die Türken zu kämpfen oder ebenfalls zu sterben. Die meisten entscheiden sich für den Kampf."
"Du hast......?"
"Ich habe das Fleisch meines Bruders gegessen, ja", unterbrach ihn Vlad. Seine Stimme bebte. "Du brauchst mich nicht zu hassen, Andrej. Das tue ich schon selbst, in jedem Augenblick, der seither vergangen ist. Aber ich wollte leben. Vielleicht bin ich der Einzige, der sein Ziel erreicht hat. Fast alle anderen fanden den Tod im Kampf oder wurden von Dracul umgebracht."
=============================================
Sie gingen noch eine ganze Weile weiter, dann hatten sie die Stadt hinter sich gelassen. Da wurden sie einer unheimlichen Szenerie gewahr. Andrej blieb mit einem Gefühl vollkommendenen Entsetztens stehen. Er hatte geglaubt, dass Vlads Geschichte das Schlimmste sei, was ein Mensch an Grausamkeit ersinnen konnte, aber das stimmte nicht.
Andrej weigerte sich zu glauben, was er sah.
Vor ihnen waren drei gut vier Meter hohe, armdicke Pfähle aufgestellt worden, die lotrecht in den Himmel ragten. Auf jeden dieser Pfähle waren ein nackter Mensch aufgespießt; zwei Männer und eine Frau.
"Großer Gott", flüsterte Andrej.
Vlad ergriff ihn am Arm und zerrte ihn so grob mit sich, dass er ins Stolpern geriet. Andrejs Entsetzten wuchs mit jedem Moment. Sein Magen revoltierte und er verspürte ein unsägliches Grauen, das nicht nur Übelkeit, sondern ganz konkreten körperlichen Schmerz in ihm auslöste. Die bedauernswerten Opfer dieser Gräueltat waren nicht aufgespießt worden wie Schmetterlinge auf die Nadel eines Sammlers. Die armdicken Pfähler waren zwischen ihren Beinen in ihre Leiber gerammt worden, hatten ihren Weg hinauf durch ihre Körper gesucht und waren in der Halsbeuge wieder hervorgetreten, was ihre Köpfe in eine absurde Schräghaltung zwang. Noch während Andrej glaubte, nunmehr die absolute Grenze dessen erreicht zu haben, was ein Mensch an Grauen überhaupt ertragen konnte, sah er sich abermals getäuscht.
Einer der Männer ............lebte noch!!!!!!!
Seine Augen waren geöffnet. Pein, nichts anderes als unvorstellbare Pein, stand in sein Gesicht geschreiben.
"Drei Tage", sagte Vlad leise. "Sein Rekord liegt bisher bei drei Tagen, die ein Opfer überlebt hat."
"Tepesch?", murmelte Andrej.
Vlad machte ein sonderbares Geräusch. "Wusstest du nicht, dass man ihn den Pfähler nennt??"
"Nein", antwortete Andrej. Und hätte er es gewusst, so hätte er sich nichts darunter vorstellen können. Er hatte von Grausamkeiten gehört, die Menschen sich einander antaten. Er hatte mehr davon gesehen, als er je gewollt hatte, aber so etwas hätte er sich bis zu diesem Moment nicht einmal vorstellen können!!
"Warum..........zeigst du mir das?", würgte er mühsam hervor.
Statt gleich zu antworten zog Vlad einen Dolch aus seinem Gürtel, streckte den Arm in die Höhe und befreite die gepeinigte Kreatur mit einem schnellen Stoß von ihrer Qual. Er wischte die Klinge im Gras ab und steckte sie zurück, ehe er sich zu Andrej herumdrehte. "Damit du weißt, mit wem du es zu tun hast", sagte er. "Nun falls du geglaubt haben solltest, dass dieser Mann auch nur noch einen Funken Menschlichkeit in sich haben könnte."
=============================================
Sie waren aus den Sätteln gestiegen. Die Männer, die Dracul zu ihrer Bewachung dagelassen hatte, hatten ein Feuer entzündet, denn mit dem hereinbrechenden Abend wurde es rasch kühler. Andrej hatte zwei - oder dreimal versucht, ein Gespräch mit den Männern in Gang zu bringen, aber sie waren nicht nur einer Antwort, sondern selbst seinen Blicken ausgewichen. Sie gaben sehr gut auf Abu Dun und ihn Acht. Der Pirat und er konnten sich zwar scheinbar frei in dem kleinen Lager bewegen, aber doch keinen Schritt tun, ohne dass mindestens drei der Männer diskret in ihrer Nähe waren.
Am Anfang war Andrej ein wenig erstaunt über den vermeintlichen Leichtsinn, in Sichtweite des osmanischen Heeres nicht nur ein Lager aufzuschlagen, sondern auch ein so weithin sichtbares Feuer zu entzünden. Aber dann errinerte er sich an Draculs Worte. Die Türken wussten längst, dass sie hier waren. Es schien sie nicht sonderlich zu stören - und warum auch? Sie fühlten sich vollkommen sicher.
Fürst Tepesch hielt Wort. Kurz bevor die Sonne unterging kam Bewegung in sein Heer: Die Männer stiegen auf ihre Pferde und gruppierten sich zu drei unregelmäßigen Trupps, die sich ohne weiteres Zögern in Gang setzten. Natürlich konnte das auch den Türken nicht verborgen bleiben, aber Andrej musste wiederwillig zugeben, dass Dracul geschickt vorging: Das Heer näherte sich den Türken nich direkt, sondern schlug einen Weg ein, der es - wenn auch gefährlich nahe - am Heerlager der Türken vorbeiführen würde. Selics Späher mussten annehmen, dass sie sich auf den Weg machten, um sich mit der wartenden Verstärkung im Westen zu vereinen.
Natürlich würden sie das nicht zulassen. Es war leichter, zwei schwache als einen starken Gegner anzugreifen, und Selic reagierte so, wie es Andrej an seiner Stelle ebenfalls getan hätte - was genau in Tepeschs Plan zu passen schien: Er ließ einen Teil seiner Reiter aufsitzen und das Lager verlassen, um Tepeschs Tross zu umgehen und ihm in die Flanke zu fallen.
"Dumm ist er nicht", sagte Abu Dun, der neben Andrej stand und wie er auf die Vorgänge im Tal hinabblickte. Es war ein fast unheimlicher Anblick. Sie sahen kaum mehr als ein großes, scherfälliges Wogen und Gleiten, das sich in vollkommener Lautlosigkeit zu vollziehen schien. Andrej musste sich mit immer größerer Mühe in Erinnerung rufen, dass es nicht nur Schatten und zufällige Bewegungen waren, sondern Menschen. Menschen, die in wenigen Minuten aufeinander prallen und sich gegenseitig töten würden. Sein Blick suchte Dracul und seine heimlichen Begleiter. Sie ritten an der Spitze des mittleren Zuges. Zwei goldene Funken, die selbst im rasch verblassenden Licht des Abends deutlich zu erkennen waren.
Mühsam riss er sich von dem Anblick los. "Was?"
"Tepesch", erklärte Abu Dun und machte eine entsprechende Geste. "Er ist nich dumm. Er bringt Selic dazu, seine Kräfte aufzuspalten. Ich an seiner Stelle würde dasselbe tun. Ich verstehe nur nicht ganz, wieso Selic darauif hereinfällt."
"Er ist dort unten und wir hier oben", sagte Vlad. "Er sieht nicht, was wir sehen."
Andrej sah nicht, welches Zeichen Dracul seinen Männern gab, aber die drei langen Reihen bisher eher gemächlich dahintrabender Reiter schwenkten plötzlich herum und wurden gleichzeitig schneller. Es war nicht mehr still. Aus dem Tal drang Dröhnen hunderter eisenbeschlagener Hufe herauf, und Andrej glaubte fast zu spüren, wie die Erde unter ihnen zu vibrieren begann. Das nur allmählich anschwellende, aber Furcht einflößende Kriegsgeschrei aus dutzenden von Kehlen drang an sein Ohr.
Obwohl die Türken den feindlichen Heereszug genau beobachtet hatten, schien die Überraschung komplett zu sein. Die drei Abteilungen strebten keilförmig auf einen Punkt dicht innerhalb des türkischen Heerlagers zu, an dem sie sich vereinigen würden. Sie hatten den größten Teil des Weges bereits zurückgelegt, bevor die Gegner auch nur auf den Gedanken kamen, eine Verteidigung zu organisieren. Einige wenige Pfeile zischten den Angreifern entgegen und ein paar trafen ihr Ziel, aber sie vermochten den Ansturm der Reiterarmee nicht zu verlangsamen, geschweige denn aufzuhalten. Tepeschs Heer krachte wie eine riesige stählerne Faust in das osmanische Lager und zerschmetterte die hastig aufgebaute Verteidungslinie.
"Es ist trotzdem Wahnsinn", murmelte Abu Dun. "Sie werden sie zwischen sich zermalmen." Er deutete nach Westen. Die türkischen Reiter hatten Halt gemacht, als sie bemerkten, was geschah. Sie würden nur wenige Minuten brauchen, um zurückzukehren und in den Kampf einzugreifen.
Tepeschs Reiterei begann allmählich an Ausdauer zu verlieren. Die Spitze des wiedervereinten Heeres, angeführt von Dracul selbst und seinen beidenen goldschimmernden Begleitern, hatte fast das Zentrum des türkischen Heerlagers erreicht, aber ihr Tempo sank mit jedem Schritt, den sie sich weiter auf das Herz des Lagers, und damit Sultan Selics Zelt, zu kämpften. Die stählerne Wand, die unaufhaltsam vorwärts stürmte und dabei alles niedermachte, was sich ihr in den Weg stellte, begann auseinander zu fallen. Statt eines einzigen gewaltigen Heranstürmens zerfiel die Schlacht in immer mehr kleinere Kämpfe. Nich wichen die Verteidiger zurück, entsetzt von der Wucht des selbstmörderischen Angriffs, aber sie begannen ihre Fassung zurückzugewinnen. Irgendwann würde ihre schiere Übermacht die Entscheidung herbeiführen.
Auch Dracul und seine beiden Begleiter wurden immer heftiger attackiert. Sie hatten Selics Zelt, das unschwer an seiner Größe und den zahlreichen bunten Wimpeln und Schildern zu erkennen war, fast erreicht. Andrej vermutete, dass Tepoesch um jeden Preis den Sultan selbst in seine Gewalt zu bringen versuchte. Vielleicht hoffte er, die Schlacht auf diese Weise entscheiden zu können, bevor die türkische Verstärkung zu ihnen stoßen würde. Selics Krieger kämpften jedoch mit einer Entschlossenheit und einem Mut, die ihresgleichen suchten. Viele wurden von den schwer gepanzerten Pferden einfach niedergeritten und unter ihren Hufen zermalmt, aber die Überlebenden kämpften umso verbissener. Noch wichen sie zurück, aber langsam kam der Rückzug zum Erliegen.
Andrej sah von der Höhe ihres improvisierten Feldherrenhügels aus noch etwas, das Tepesch von seiner Position dort unten aus verborgen bleiben musste: Das türkische Heer hatte begriffen, welche Gefahr seinem Anführer drohte. Aus allen Richtungen strömten Krieger herbei, um ihren Heeren zu beschützen.
"Was hat er vor?", murmelte Abu Dun. "Nicht mehr lange - und sie werden einfach überrannt!"
"Warte ab", sagte Vlad. Andrej sah kurz und verwirrt in seine Richtung und er bemerkte dabei etwas, das ihn mit neuer Sorge erfüllte. Die meisten der Krieger in ihrer Nähe folgten der Schlacht ebnso gebannt wie Abu Dun und er, denn auch, wenn sie nicht unmittelbar daran beteiligt waren, so entschied sich mit ihrem Ausgang doch auch ihr Schicksal.
Etliche Krieger sahen immer wieder Abu Dun und ihn an und ihre Hände lagen auf den Schwertgriffen. Seine Frage an Vlad, ob die Männer Draculs Befehl auch ausführen würden, wenn ihr Heer vor ihren Augen fiel, schien damit beantwortet zu sein.
Doch Dracul fiel nicht.
Es waren die beiden goldenen Ritter, die die Entscheidung herbeiführten. Ihr Vormarsch war entgültig zum Stehen gekommen. Sie kämpften gegen eine mindestens zehnfache Übermacht muselmanischer Soldaten, die sie nun ihrerseits einzukreisen begann. Die Hälfte der Reiter in Tepeschs unmittelbarer Umgebung war bereits gefallen und die Überlebenden wurden einer nach dem anderen aus den Sätteln gerissen. Draculs Morgenstern und die Scherter der beiden Goldenen wüteten fürchterlich unter den Angreifern, die gerade noch Verteidiger gewesen waren, aber ihre Anzahl wuchs trotzdem unaufhaltsam. Auch die türkische Reiterei war mittlerweile zu ihnen gestoßen und fiel Tepeschs Soldaten in den Rücken. Die bisher immer noch geordnete Schlachtreihe des Drachenritters begann zusammenzubrechen. In wenigen Augenblicken würden Selics Krieger Dracul gefangen nehmen und damit den Kampf entscheiden.
Da taten Biehler und Körber etwas unscheinbar vollkommen Wahnsinniges: Die beiden goldenen Ritter schleuderten ihre Schilde davon und sprangen aus den Sätteln. Ihre gewaltigen Breitschwerter mit beiden Händen schwingend, schlugen und hackten sie sich eine blutige Bahn durch die Reihen der osmanischen Krieger. Ihre Hiebe waren so gewaltig, dass Schilde zerbarsten und Helme gespalten wurden. Die schiere Wut ihres Angriffs trieb die Verteidiger noch einmal ein Stück zurück. Trotzdem konnten sie das Blatt selbst auf diese Weise nicht mehr wenden. Wären sie normale Menschen gewesen, wären sie innerhalb weniger Augenblicke überwältigt und getötet worden.
Aber sie waren Vamire, so gut wie unverwundbar und fast unbesiegbar.
Sie wurden getroffen, einer von ihnen von einem Speer, der sich in seinen Rücken bohrte, der andere von gleich zwei Pfeilen, die aus unmittelbarer Nähe auf ihn abgefeurert worden waren und von denen einer seine Rüstung und einer seinen Hals durchbohrte.
Die beiden Vamire wankten nicht einmal. Körber riss den Speer aus seinem Rücken und tötete wahllos den ihm am nächsten stehenden Krieger mit der Waffe, and eren Spitze noch sein eigenes Blut klebte, während Biehler die Pfeilspitze abbrach, die aus seinem HAls ragte, und dann das Geschoss auf der anderen Seite herausriss. Eine hellrote Blutfontäne sprudelte aus seinem Hals und versiegte fast augenblicklich wieder. Noch bervor er den Pfeil aus seiner Brust herausriss, tötete er der goldene Ritter zwei weitere Türken mit einem einzigen wütenden Schwerthieb, und auch die Klinge des anderen Vamirs hielt blutige Ernte unter der Muselmanen. Erneut wurden sie getroffen und erneut waren sie nich aufzuhalten, sondern töteten im Gegenteil die Krieger, die sie verletzt hatten.
Unter den osmanischen Soldaten brach Panik aus; spätestens in dem Moment, in dem auch Tepesch aus dem Sattel sprang und mit fürchterlichen Hieben seinen Morgensterns in den KAmpf eingriff. Für die Türken musste es aussehen, als kämpften sie gegen den Leibhaftigen selbst, der gemeinsam mit zwei unverwundbaren Dämonen aus der Hölle emporgestiegen war. Mehr und mehr Osmanen warfen ihr Waffe weg und wandten sich in kopfloseer Panik zur Flucht, aber Dracul und seine beiden Höllenkrieger kannten kein Erbarmen. Unterstützt von den wenigen Reitern, die ihnen geblieben waren, setzten sie ihnen nach und fielen über Selic und seine Leibgarde her. Es dauerte nur noch Augenblicke, bis der Heerführer der Muselmanen in ihrer HAnd war.
"Das ist Selic", sagte Abu Dun. "Ich erkenne ihn an dem albernen Turban."
"Ach?", sagte Andrej. "Ich dachte, du hättest mit dem Krieg nichts zu schaffen."
Abu Dun grinste nur, wandte sich aber ohne eine Antwort wieder dem Geschehen unter ihnen zu. Die panische Flucht hielt an. Von Westen her rückte der osmanische Ersatz heran, aber außer Tepeschs Reitern strömten ihnen immer mehr ihrer eigenen Landsleute entgegen. Die Nachricht, dass der Teufel selbst unter sie gefahren war, machte in Windeseile die Runde.
Das also war die tödliche Überraschung, die Tepesch für Selic bereitgehalten hatte, dachte Andrej. Biehler und Körber waren keineswegs zufällig verwundet worden. Sie hatten gewollt, dass das geschah, um Furcht und Entsetzten in die Herzen ihrer Feinde zu säen. Andrej war aber noch nicht ganz sicher, ob Tepeschs Rechnung aufging. Immer mehr Türken ergriffen Flucht, aber die Verstärkung rückte fast mit der gleichen Schnelligkeit heran. Aus schmerzhafter Erfahrung wusste Andrej, dass Schlachten nur zu oft eine eigene Gesetztmäßigkeit erntwickelten, die jeden noch so genialen Plan zunichte machen konnten.
Indessen kämpften sich immer mehr Reiter ihren Weg zu Selics Zelt frei. Plötzlich waren es die Drachenritter, deren Hauptquatier sich im Herzen des türkischen Lagers befand und die von allen Seiten bedrängt wurden. Viele Osmanen befanden sich immer noch in panischer Flucht, aber der weitaus größere Teil drängte heraus und trieb Tepeschs Reiterei dabei vor sich her.
"Was tut er da?", murmelte Abu Dun stirnrunzelnd.
Andrej konnte nur mit den Schulter zucken. Dracul hatte den Mann mit dem auffällig bunten Turban niedergeschlagen, aber offensichtlich nicht getötet.. Biehler und Körber hatten den Sultan an den Armen gepackt und hielten ihn nieder, während Dracul heftig mit den Armen gestikulierte und Befehle gab. Mit wenigen, schnellern Bewegungen rissen sie Selics Zelt nieder, bis nur noch der drei Meter hohe, mittlere Pfahl stand. Vielleicht hatte Tepesch vor, sein Drachenbanner daran zu hissen. Das Zelt war auf einem kleinen Hügel errichtet, sodass die Flagge auf dem ganzen Schlachtfeld zu sehen gewesen wäre. Vielleicht auch Selics Kopf, falls Tepesch ihn enthaupten und darauf aufspießen ließ.
Vielleicht aber auch........
"Nein", flüsterte Abu Dun. "DAs kann er nicht tun!"
Aber Tepesch tat es. Während er selbst und die beiden Vampire Selic niederdrückten, rissen einige seiner Krieger den Pfahl aus dem Boden und schleppten ihn heran.
Andrej und die anderen sahen mit wachsendem Entsetzten zu, wie Tepesch selbst - wenn auch mit Hilfe einiger seiner Krieger - den Pfahl herumdrehte und sein blutiges HAndwerk begann.
Er hatte sich gefragt, wie lange eine solch grässliche Tat dauern würde, und war überrascht, wie schnell es ging. Natürlich war es unmöglich, aber er bildete sich ein, Selics grässliche Schreie selbst über den Schlachtenlärm hinweg zu hören. Binnen weniger Augenblicke wurde er gepfählt, dann trugen die Krieger den Pfahl an seinen Platz zurück und richteten ihn wieder auf.
Damit endete die Schlacht.
Hatte vorher schon die Nachricht die Runde gemacht, dass der Teufel selbst auf Tepeschs Seite kämpfte, so erschütterte der Anblick ihres Anführers die Krieger entgültig.
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Andrej schüttelte den Kopf und Vlad schürzte die Lippen; verletzt, aber nicht so, als überrasche ihn diese Antwort.
"Dann sagt dir das Wort Zigeuner vielleicht mehr", sagte er bitter.
Nun wusste Andrej wovon er sprach. Er nickte.
"Das wundert mich nicht", sagte Vlad bitter. "Weist du, woher dieser Name kommt? Wir haben ihn nicht selbst gewählt. Er bedeutet: Ziehende Gauner, nicht mehr. Aber es macht uns nichts aus. Wir sind es gewohnt, mit eurer Verachtung zu leben. Wir sind ein Volk ohne Land, das gewohnt ist, herumzuziehen und ein Nomadenleben zu führen. Wir wollen es nicht anders."
Andrej spürte, wie schwer es Vlad fiel, darüber zu sprechen. Er fragte sich, warum er es tat.
"Ich war einst Mitglied einer großen Sippe, Andrej", fuhr Vlad fort. "Einer sehr mächtigen und großen Sippe. Wir fühlten uns frei und wir fühlten uns stark. Zu stark. Und eines Tages begingen wir einen Fehler. Vielleicht war es Gottes Strafe für unseren Hochmut. Wir waren fast achthundert, weißt du? Heute gibt es nur noch wenige von uns. Vielleicht bin ich der Letzte."
"Was war das für ein Fehler?", fragte Andrej. Er spürte, dass Vlad diese Frage von ihm erwartete.
"Wir kamen hierher", antwortete Vlad. "Nicht in diese Stadt, aber in dieses verfluchte Land. Wir waren gewarnt worden, aber wir haben diese Warnung in den Wind geschlagen. Wir fühlten uns so stark. Aber wir rechneten nicht mit der Bosheit dieses.....Teufels."
"Tepesch."
"Dracul, ja." Vlad spie den Namen regelrecht hervor. "Wir wurden gefangen genommen. Alle. Männer, Frauen, Kinder, Alte, Kranke - alle ohne Ausnahme. Dracul ließ drei von uns bei lebendigem Leib rösten. Sie wurden in Stücke geschnitten und wir mussten ihr Fleisch essen."
Andrej blieb stehen und starrte den Mann mit aufgerissenen Augen an. "Was???"
Vlad nickte. "Wer sich weigerte, dem wurden die Augen ausgestochen und die Zunge herausgeschnitten", sagte er. "Die anderen hatten die Wahl, unter Tepeschs Fahne gegen die Türken zu kämpfen oder ebenfalls zu sterben. Die meisten entscheiden sich für den Kampf."
"Du hast......?"
"Ich habe das Fleisch meines Bruders gegessen, ja", unterbrach ihn Vlad. Seine Stimme bebte. "Du brauchst mich nicht zu hassen, Andrej. Das tue ich schon selbst, in jedem Augenblick, der seither vergangen ist. Aber ich wollte leben. Vielleicht bin ich der Einzige, der sein Ziel erreicht hat. Fast alle anderen fanden den Tod im Kampf oder wurden von Dracul umgebracht."
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Sie gingen noch eine ganze Weile weiter, dann hatten sie die Stadt hinter sich gelassen. Da wurden sie einer unheimlichen Szenerie gewahr. Andrej blieb mit einem Gefühl vollkommendenen Entsetztens stehen. Er hatte geglaubt, dass Vlads Geschichte das Schlimmste sei, was ein Mensch an Grausamkeit ersinnen konnte, aber das stimmte nicht.
Andrej weigerte sich zu glauben, was er sah.
Vor ihnen waren drei gut vier Meter hohe, armdicke Pfähle aufgestellt worden, die lotrecht in den Himmel ragten. Auf jeden dieser Pfähle waren ein nackter Mensch aufgespießt; zwei Männer und eine Frau.
"Großer Gott", flüsterte Andrej.
Vlad ergriff ihn am Arm und zerrte ihn so grob mit sich, dass er ins Stolpern geriet. Andrejs Entsetzten wuchs mit jedem Moment. Sein Magen revoltierte und er verspürte ein unsägliches Grauen, das nicht nur Übelkeit, sondern ganz konkreten körperlichen Schmerz in ihm auslöste. Die bedauernswerten Opfer dieser Gräueltat waren nicht aufgespießt worden wie Schmetterlinge auf die Nadel eines Sammlers. Die armdicken Pfähler waren zwischen ihren Beinen in ihre Leiber gerammt worden, hatten ihren Weg hinauf durch ihre Körper gesucht und waren in der Halsbeuge wieder hervorgetreten, was ihre Köpfe in eine absurde Schräghaltung zwang. Noch während Andrej glaubte, nunmehr die absolute Grenze dessen erreicht zu haben, was ein Mensch an Grauen überhaupt ertragen konnte, sah er sich abermals getäuscht.
Einer der Männer ............lebte noch!!!!!!!
Seine Augen waren geöffnet. Pein, nichts anderes als unvorstellbare Pein, stand in sein Gesicht geschreiben.
"Drei Tage", sagte Vlad leise. "Sein Rekord liegt bisher bei drei Tagen, die ein Opfer überlebt hat."
"Tepesch?", murmelte Andrej.
Vlad machte ein sonderbares Geräusch. "Wusstest du nicht, dass man ihn den Pfähler nennt??"
"Nein", antwortete Andrej. Und hätte er es gewusst, so hätte er sich nichts darunter vorstellen können. Er hatte von Grausamkeiten gehört, die Menschen sich einander antaten. Er hatte mehr davon gesehen, als er je gewollt hatte, aber so etwas hätte er sich bis zu diesem Moment nicht einmal vorstellen können!!
"Warum..........zeigst du mir das?", würgte er mühsam hervor.
Statt gleich zu antworten zog Vlad einen Dolch aus seinem Gürtel, streckte den Arm in die Höhe und befreite die gepeinigte Kreatur mit einem schnellen Stoß von ihrer Qual. Er wischte die Klinge im Gras ab und steckte sie zurück, ehe er sich zu Andrej herumdrehte. "Damit du weißt, mit wem du es zu tun hast", sagte er. "Nun falls du geglaubt haben solltest, dass dieser Mann auch nur noch einen Funken Menschlichkeit in sich haben könnte."
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Sie waren aus den Sätteln gestiegen. Die Männer, die Dracul zu ihrer Bewachung dagelassen hatte, hatten ein Feuer entzündet, denn mit dem hereinbrechenden Abend wurde es rasch kühler. Andrej hatte zwei - oder dreimal versucht, ein Gespräch mit den Männern in Gang zu bringen, aber sie waren nicht nur einer Antwort, sondern selbst seinen Blicken ausgewichen. Sie gaben sehr gut auf Abu Dun und ihn Acht. Der Pirat und er konnten sich zwar scheinbar frei in dem kleinen Lager bewegen, aber doch keinen Schritt tun, ohne dass mindestens drei der Männer diskret in ihrer Nähe waren.
Am Anfang war Andrej ein wenig erstaunt über den vermeintlichen Leichtsinn, in Sichtweite des osmanischen Heeres nicht nur ein Lager aufzuschlagen, sondern auch ein so weithin sichtbares Feuer zu entzünden. Aber dann errinerte er sich an Draculs Worte. Die Türken wussten längst, dass sie hier waren. Es schien sie nicht sonderlich zu stören - und warum auch? Sie fühlten sich vollkommen sicher.
Fürst Tepesch hielt Wort. Kurz bevor die Sonne unterging kam Bewegung in sein Heer: Die Männer stiegen auf ihre Pferde und gruppierten sich zu drei unregelmäßigen Trupps, die sich ohne weiteres Zögern in Gang setzten. Natürlich konnte das auch den Türken nicht verborgen bleiben, aber Andrej musste wiederwillig zugeben, dass Dracul geschickt vorging: Das Heer näherte sich den Türken nich direkt, sondern schlug einen Weg ein, der es - wenn auch gefährlich nahe - am Heerlager der Türken vorbeiführen würde. Selics Späher mussten annehmen, dass sie sich auf den Weg machten, um sich mit der wartenden Verstärkung im Westen zu vereinen.
Natürlich würden sie das nicht zulassen. Es war leichter, zwei schwache als einen starken Gegner anzugreifen, und Selic reagierte so, wie es Andrej an seiner Stelle ebenfalls getan hätte - was genau in Tepeschs Plan zu passen schien: Er ließ einen Teil seiner Reiter aufsitzen und das Lager verlassen, um Tepeschs Tross zu umgehen und ihm in die Flanke zu fallen.
"Dumm ist er nicht", sagte Abu Dun, der neben Andrej stand und wie er auf die Vorgänge im Tal hinabblickte. Es war ein fast unheimlicher Anblick. Sie sahen kaum mehr als ein großes, scherfälliges Wogen und Gleiten, das sich in vollkommener Lautlosigkeit zu vollziehen schien. Andrej musste sich mit immer größerer Mühe in Erinnerung rufen, dass es nicht nur Schatten und zufällige Bewegungen waren, sondern Menschen. Menschen, die in wenigen Minuten aufeinander prallen und sich gegenseitig töten würden. Sein Blick suchte Dracul und seine heimlichen Begleiter. Sie ritten an der Spitze des mittleren Zuges. Zwei goldene Funken, die selbst im rasch verblassenden Licht des Abends deutlich zu erkennen waren.
Mühsam riss er sich von dem Anblick los. "Was?"
"Tepesch", erklärte Abu Dun und machte eine entsprechende Geste. "Er ist nich dumm. Er bringt Selic dazu, seine Kräfte aufzuspalten. Ich an seiner Stelle würde dasselbe tun. Ich verstehe nur nicht ganz, wieso Selic darauif hereinfällt."
"Er ist dort unten und wir hier oben", sagte Vlad. "Er sieht nicht, was wir sehen."
Andrej sah nicht, welches Zeichen Dracul seinen Männern gab, aber die drei langen Reihen bisher eher gemächlich dahintrabender Reiter schwenkten plötzlich herum und wurden gleichzeitig schneller. Es war nicht mehr still. Aus dem Tal drang Dröhnen hunderter eisenbeschlagener Hufe herauf, und Andrej glaubte fast zu spüren, wie die Erde unter ihnen zu vibrieren begann. Das nur allmählich anschwellende, aber Furcht einflößende Kriegsgeschrei aus dutzenden von Kehlen drang an sein Ohr.
Obwohl die Türken den feindlichen Heereszug genau beobachtet hatten, schien die Überraschung komplett zu sein. Die drei Abteilungen strebten keilförmig auf einen Punkt dicht innerhalb des türkischen Heerlagers zu, an dem sie sich vereinigen würden. Sie hatten den größten Teil des Weges bereits zurückgelegt, bevor die Gegner auch nur auf den Gedanken kamen, eine Verteidigung zu organisieren. Einige wenige Pfeile zischten den Angreifern entgegen und ein paar trafen ihr Ziel, aber sie vermochten den Ansturm der Reiterarmee nicht zu verlangsamen, geschweige denn aufzuhalten. Tepeschs Heer krachte wie eine riesige stählerne Faust in das osmanische Lager und zerschmetterte die hastig aufgebaute Verteidungslinie.
"Es ist trotzdem Wahnsinn", murmelte Abu Dun. "Sie werden sie zwischen sich zermalmen." Er deutete nach Westen. Die türkischen Reiter hatten Halt gemacht, als sie bemerkten, was geschah. Sie würden nur wenige Minuten brauchen, um zurückzukehren und in den Kampf einzugreifen.
Tepeschs Reiterei begann allmählich an Ausdauer zu verlieren. Die Spitze des wiedervereinten Heeres, angeführt von Dracul selbst und seinen beidenen goldschimmernden Begleitern, hatte fast das Zentrum des türkischen Heerlagers erreicht, aber ihr Tempo sank mit jedem Schritt, den sie sich weiter auf das Herz des Lagers, und damit Sultan Selics Zelt, zu kämpften. Die stählerne Wand, die unaufhaltsam vorwärts stürmte und dabei alles niedermachte, was sich ihr in den Weg stellte, begann auseinander zu fallen. Statt eines einzigen gewaltigen Heranstürmens zerfiel die Schlacht in immer mehr kleinere Kämpfe. Nich wichen die Verteidiger zurück, entsetzt von der Wucht des selbstmörderischen Angriffs, aber sie begannen ihre Fassung zurückzugewinnen. Irgendwann würde ihre schiere Übermacht die Entscheidung herbeiführen.
Auch Dracul und seine beiden Begleiter wurden immer heftiger attackiert. Sie hatten Selics Zelt, das unschwer an seiner Größe und den zahlreichen bunten Wimpeln und Schildern zu erkennen war, fast erreicht. Andrej vermutete, dass Tepoesch um jeden Preis den Sultan selbst in seine Gewalt zu bringen versuchte. Vielleicht hoffte er, die Schlacht auf diese Weise entscheiden zu können, bevor die türkische Verstärkung zu ihnen stoßen würde. Selics Krieger kämpften jedoch mit einer Entschlossenheit und einem Mut, die ihresgleichen suchten. Viele wurden von den schwer gepanzerten Pferden einfach niedergeritten und unter ihren Hufen zermalmt, aber die Überlebenden kämpften umso verbissener. Noch wichen sie zurück, aber langsam kam der Rückzug zum Erliegen.
Andrej sah von der Höhe ihres improvisierten Feldherrenhügels aus noch etwas, das Tepesch von seiner Position dort unten aus verborgen bleiben musste: Das türkische Heer hatte begriffen, welche Gefahr seinem Anführer drohte. Aus allen Richtungen strömten Krieger herbei, um ihren Heeren zu beschützen.
"Was hat er vor?", murmelte Abu Dun. "Nicht mehr lange - und sie werden einfach überrannt!"
"Warte ab", sagte Vlad. Andrej sah kurz und verwirrt in seine Richtung und er bemerkte dabei etwas, das ihn mit neuer Sorge erfüllte. Die meisten der Krieger in ihrer Nähe folgten der Schlacht ebnso gebannt wie Abu Dun und er, denn auch, wenn sie nicht unmittelbar daran beteiligt waren, so entschied sich mit ihrem Ausgang doch auch ihr Schicksal.
Etliche Krieger sahen immer wieder Abu Dun und ihn an und ihre Hände lagen auf den Schwertgriffen. Seine Frage an Vlad, ob die Männer Draculs Befehl auch ausführen würden, wenn ihr Heer vor ihren Augen fiel, schien damit beantwortet zu sein.
Doch Dracul fiel nicht.
Es waren die beiden goldenen Ritter, die die Entscheidung herbeiführten. Ihr Vormarsch war entgültig zum Stehen gekommen. Sie kämpften gegen eine mindestens zehnfache Übermacht muselmanischer Soldaten, die sie nun ihrerseits einzukreisen begann. Die Hälfte der Reiter in Tepeschs unmittelbarer Umgebung war bereits gefallen und die Überlebenden wurden einer nach dem anderen aus den Sätteln gerissen. Draculs Morgenstern und die Scherter der beiden Goldenen wüteten fürchterlich unter den Angreifern, die gerade noch Verteidiger gewesen waren, aber ihre Anzahl wuchs trotzdem unaufhaltsam. Auch die türkische Reiterei war mittlerweile zu ihnen gestoßen und fiel Tepeschs Soldaten in den Rücken. Die bisher immer noch geordnete Schlachtreihe des Drachenritters begann zusammenzubrechen. In wenigen Augenblicken würden Selics Krieger Dracul gefangen nehmen und damit den Kampf entscheiden.
Da taten Biehler und Körber etwas unscheinbar vollkommen Wahnsinniges: Die beiden goldenen Ritter schleuderten ihre Schilde davon und sprangen aus den Sätteln. Ihre gewaltigen Breitschwerter mit beiden Händen schwingend, schlugen und hackten sie sich eine blutige Bahn durch die Reihen der osmanischen Krieger. Ihre Hiebe waren so gewaltig, dass Schilde zerbarsten und Helme gespalten wurden. Die schiere Wut ihres Angriffs trieb die Verteidiger noch einmal ein Stück zurück. Trotzdem konnten sie das Blatt selbst auf diese Weise nicht mehr wenden. Wären sie normale Menschen gewesen, wären sie innerhalb weniger Augenblicke überwältigt und getötet worden.
Aber sie waren Vamire, so gut wie unverwundbar und fast unbesiegbar.
Sie wurden getroffen, einer von ihnen von einem Speer, der sich in seinen Rücken bohrte, der andere von gleich zwei Pfeilen, die aus unmittelbarer Nähe auf ihn abgefeurert worden waren und von denen einer seine Rüstung und einer seinen Hals durchbohrte.
Die beiden Vamire wankten nicht einmal. Körber riss den Speer aus seinem Rücken und tötete wahllos den ihm am nächsten stehenden Krieger mit der Waffe, and eren Spitze noch sein eigenes Blut klebte, während Biehler die Pfeilspitze abbrach, die aus seinem HAls ragte, und dann das Geschoss auf der anderen Seite herausriss. Eine hellrote Blutfontäne sprudelte aus seinem Hals und versiegte fast augenblicklich wieder. Noch bervor er den Pfeil aus seiner Brust herausriss, tötete er der goldene Ritter zwei weitere Türken mit einem einzigen wütenden Schwerthieb, und auch die Klinge des anderen Vamirs hielt blutige Ernte unter der Muselmanen. Erneut wurden sie getroffen und erneut waren sie nich aufzuhalten, sondern töteten im Gegenteil die Krieger, die sie verletzt hatten.
Unter den osmanischen Soldaten brach Panik aus; spätestens in dem Moment, in dem auch Tepesch aus dem Sattel sprang und mit fürchterlichen Hieben seinen Morgensterns in den KAmpf eingriff. Für die Türken musste es aussehen, als kämpften sie gegen den Leibhaftigen selbst, der gemeinsam mit zwei unverwundbaren Dämonen aus der Hölle emporgestiegen war. Mehr und mehr Osmanen warfen ihr Waffe weg und wandten sich in kopfloseer Panik zur Flucht, aber Dracul und seine beiden Höllenkrieger kannten kein Erbarmen. Unterstützt von den wenigen Reitern, die ihnen geblieben waren, setzten sie ihnen nach und fielen über Selic und seine Leibgarde her. Es dauerte nur noch Augenblicke, bis der Heerführer der Muselmanen in ihrer HAnd war.
"Das ist Selic", sagte Abu Dun. "Ich erkenne ihn an dem albernen Turban."
"Ach?", sagte Andrej. "Ich dachte, du hättest mit dem Krieg nichts zu schaffen."
Abu Dun grinste nur, wandte sich aber ohne eine Antwort wieder dem Geschehen unter ihnen zu. Die panische Flucht hielt an. Von Westen her rückte der osmanische Ersatz heran, aber außer Tepeschs Reitern strömten ihnen immer mehr ihrer eigenen Landsleute entgegen. Die Nachricht, dass der Teufel selbst unter sie gefahren war, machte in Windeseile die Runde.
Das also war die tödliche Überraschung, die Tepesch für Selic bereitgehalten hatte, dachte Andrej. Biehler und Körber waren keineswegs zufällig verwundet worden. Sie hatten gewollt, dass das geschah, um Furcht und Entsetzten in die Herzen ihrer Feinde zu säen. Andrej war aber noch nicht ganz sicher, ob Tepeschs Rechnung aufging. Immer mehr Türken ergriffen Flucht, aber die Verstärkung rückte fast mit der gleichen Schnelligkeit heran. Aus schmerzhafter Erfahrung wusste Andrej, dass Schlachten nur zu oft eine eigene Gesetztmäßigkeit erntwickelten, die jeden noch so genialen Plan zunichte machen konnten.
Indessen kämpften sich immer mehr Reiter ihren Weg zu Selics Zelt frei. Plötzlich waren es die Drachenritter, deren Hauptquatier sich im Herzen des türkischen Lagers befand und die von allen Seiten bedrängt wurden. Viele Osmanen befanden sich immer noch in panischer Flucht, aber der weitaus größere Teil drängte heraus und trieb Tepeschs Reiterei dabei vor sich her.
"Was tut er da?", murmelte Abu Dun stirnrunzelnd.
Andrej konnte nur mit den Schulter zucken. Dracul hatte den Mann mit dem auffällig bunten Turban niedergeschlagen, aber offensichtlich nicht getötet.. Biehler und Körber hatten den Sultan an den Armen gepackt und hielten ihn nieder, während Dracul heftig mit den Armen gestikulierte und Befehle gab. Mit wenigen, schnellern Bewegungen rissen sie Selics Zelt nieder, bis nur noch der drei Meter hohe, mittlere Pfahl stand. Vielleicht hatte Tepesch vor, sein Drachenbanner daran zu hissen. Das Zelt war auf einem kleinen Hügel errichtet, sodass die Flagge auf dem ganzen Schlachtfeld zu sehen gewesen wäre. Vielleicht auch Selics Kopf, falls Tepesch ihn enthaupten und darauf aufspießen ließ.
Vielleicht aber auch........
"Nein", flüsterte Abu Dun. "DAs kann er nicht tun!"
Aber Tepesch tat es. Während er selbst und die beiden Vampire Selic niederdrückten, rissen einige seiner Krieger den Pfahl aus dem Boden und schleppten ihn heran.
Andrej und die anderen sahen mit wachsendem Entsetzten zu, wie Tepesch selbst - wenn auch mit Hilfe einiger seiner Krieger - den Pfahl herumdrehte und sein blutiges HAndwerk begann.
Er hatte sich gefragt, wie lange eine solch grässliche Tat dauern würde, und war überrascht, wie schnell es ging. Natürlich war es unmöglich, aber er bildete sich ein, Selics grässliche Schreie selbst über den Schlachtenlärm hinweg zu hören. Binnen weniger Augenblicke wurde er gepfählt, dann trugen die Krieger den Pfahl an seinen Platz zurück und richteten ihn wieder auf.
Damit endete die Schlacht.
Hatte vorher schon die Nachricht die Runde gemacht, dass der Teufel selbst auf Tepeschs Seite kämpfte, so erschütterte der Anblick ihres Anführers die Krieger entgültig.
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Statistik
| Beute insgesamt: | 108.203,00 Liter Blut |
| Opfer gebissen (Link): | 27 |
| Kämpfe: | 857 |
| Siege: | 28 |
| Niederlagen: | 829 |
| Unentschieden: | 0 |
| Erbeutetes Gold: | ~ 0,00 ![]() |
| Verlorenes Gold: | ~ 91.000,00 ![]() |
| Trefferpunkte verteilt: | 6099 |
| Trefferpunkte eingesteckt: | 173289 |
Die Eigenschaftswerte von BuffySummer:
| Charakterlevel: | Stufe 26 |
| Stärke: | ![]() (33) |
| Verteidigung: | ![]() (32) |
| Gewandtheit: | ![]() (32) |
| Ausdauer: | ![]() (32) |
| Geschicklichkeit: | ![]() (32) |
| Erfahrung: | ![]() (3345|3380) |
Die Urahnenstatistik von BuffySummer
| Angetretene Prüfungen: | 0 |
| Bestandene Prüfungen: | 0 |
| Gescheiterte Prüfungen: | 0 |
Wächter von BuffySummer
| Wächterart: | Hund |
| Wächtername: | Hund |
| Angriff: | ![]() (14) |
| Verteidigung: | ![]() (13) |
| Ausdauer: | ![]() (13) |
Profildaten
| Geschlecht: | weiblich |
| Alter: | 15-20 Jahre |
| Wohnort: | Hessen |
| ICQ-Nummer: | --- |
| MSN Messenger: | --- |
| Yahoo Messenger: | --- |
| AIM-Name: | --- |
| Jabber ID | --- |
| Skype ID | --- |
Arena
BuffySummer hat noch keinen Arenarang erreicht.
BuffySummer hat bisher 3 Vampire erschaffen:
| Anika Kieling | Stufe 1 | Beute 2.49 Liter Blut |
| FaceMan | Stufe 1 | Beute 0 Liter Blut |
| roma1988 | Stufe 1 | Beute 0 Liter Blut |


(33)
(3345|3380)